21.06.2006

X-Files – 1×03 – Squeeze

Posted in X-Files at 12:34 by Fuzz

Nach den beiden letzten Folgen haben Scully und Mulder erstmal Ruhe vor UFOs, Außerirdischen oder den Zeugen Jehovas. Serientypisch fängt die Folge mit einem Mord an, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. (Mit Serientypisch ist nicht ‘Typisch für diese Serie’, sondern ‘Typisch für eine Serie’ gemeint. Und Mord könnte auch ein beliebig anderes Ereignis sein. Wo war ich?) Ein harmlos wirkender Bürobewohner wird aus einem “Gullydeckel” heraus beobachtet.

Bei der Beobachtung bleibt es allerdings nicht. Als der Bürobewohner sich in seiner Büroetage ein aromatisches koffeinhaltiges Heißgetränk holen geht, drehen sich die Schrauben des Lüftungsschlitzes auf, ein Ding kommt hervor, wartet auf den Bürobewohner und tötet ihn ziemlich martialisch.

“Durch die Lüftung gekommen und durch die Lüftung gegangen”, so steht es auch schon in der Bibel (Fred 21,3) und so geschieht es auch hier. Der Fall wird von einem ehemaligen Akademie-Mithäftling namens Tom Colton an Scully rangetragen. Natürlich kann sich der Mensch auch nicht verkneifen, “Spooky Mulder” zu erwähnen. Erst lästern und dann auch noch Hilfe wollen, sowas haben wir gerne. Ich versuche verweifelt, ein Alternate-Ending auf der DVD zu finden, wo Scully ihm eins auf die Nase gibt, finde es aber nicht. Die Folge geht (leider) anders weiter.

Das Opfer ist schon das dritte in einer Reihe von Morden, die recht merkwürdig sind, weil man nicht so genau weiß, wie der Mörder den Tatort verlassen hat. Eine Frau wurde in einer Umkleidekabine umgebracht, die von innen verriegelt gewesen ist. Allen Opfern ist gemein, daß ihre Leber postmortem vermißt wird. (Zu Lebzeiten wurde sie auch vermißt, für eine Suchanzeige hat es aber dann doch nicht gereicht!)

Tom kann es sich während der Einführung nicht verkneifen blöde Witze über den armen Spooky Mulder zu machen und sogar als er Mulder persönlich trifft, macht er einen blöden Witz über kleine grüne Männlein. Natürlich macht Mulder seine Sache gut und findet – dank eines Fingerabdrucks – eine Verbindung zu einer alten X-Akte. Die Dinger werden schließlich gut aufbewahrt und alle 20 Jahre abgestaubt. Das ist auch dringend nötig, denn die Akte ist aus dem Jahre 1903.

Scully präsentiert ihr Täterprofil und auch dort gibt es wieder lustige Witze über unseren geliebten Mulder.

Somebody having a garage sale?

Mmmh… eigentlich ist die Folge geht so. Der Plot im Vordergrund ist eigentlich ganz gut, störend fand ich eigentlich nur die komischen ‘Spooky Mulder’ Witze. Naja, nicht immer bekommt man das, was man sich gewünscht hat. Aber Tom belässt es leider nicht bei schlechten Witzen, sondern entwickelt im Laufe der Folge seine schlechten Charaktereigenschaften zu einer neuen Höchstform.

Damit nun etwas Pepp in diese lahme Rezension und in diese lahme Folge kommt, möchte ich auf zwei besondere Momente hinweisen, wo mich das Gefühl extremer Trashigkeit überkommen hat, was ich normalerweise nur habe, wenn ich (alte und neue Folgen) von Dr. Who schaue.

Nummer 1 (22:16): Da überwältigt der Täter ein weiteres Opfer. Er reißt sein Opfer nach hinten und die Kamera geht nach unten. Das Bild ist durch die Bewegungsunschärfe schlecht zu erkennen und die Augen des Täters haben wieder diese deutliche gelbe Färbung. Das sieht extrem schlecht aus.

Nummer 2 (32:00): Scully und Mulder betrachten gerade das Nest von dem DING und es spielt sich folgender Dialog ab:

Mulder: What if some genetic mutation could allow a man to awaken every 30 years?
Scully: Mulder…
Mulder: And what if the five livers could provide him sustenance for that period? What if Tooms is some kind of 20th century… genetic mutant?

Geht es noch trashiger?

Da schreit der Schiedsrichter, daß ich parteiisch bin. Ich wende ein, daß Rezensionen keine Schiedrichter brauchen und verweise ihn meines Blogs. Natürlich bin ich parteiisch. Kommen wir mit dem Blogverweis zu den positiven Eigenschaften der Folge. Was ich mag ist das verfallene Haus, wo der Mörder angeblich residieren soll. Ich wünschte, meine Wohnung würde mal so aussehen. Ich muß dagegen in einem weichem Bett schlafen und kann nicht in netten Winterquartier aus Papier und Lumpen für 30 Jahre überwintern. (Und das Ding hat noch nicht mal einen Internetanschluss.)

Das der Mutant des 20. Jahrhundert am Ende entkommt, finde ich ebenfalls gut. So hat der Zuschauer eben nicht das Gefühl, daß der Böse hinter Gittern sitzt und die Welt ein besserer Ort ist, sondern theoretisch im eigenem Keller überwintern könnte. Natürlich ist das völliger Blödsinn, aber man erzählt kleinen Kindern ja auch, daß die Geschenke an Heilligabend von einem alten roten Sack mit brauen Sack und weißem Rauschebart geliefert werden. Dabei werden Geschenke von Männern in gelben Lastwagen geliefert, wo DHL draufsteht. So schnell können Wirklichkeit und Wunsch auseinander gehen.

Gute Nacht Amerika, wo immer sie sind.

Schlagwörter: , ,

2 Kommentare »

  1. Starkiller said, [Offical comment]

    Juni 28, 2006 at 22:56

    Das einzige was ich dieser Rezension eigentlich noch hinzuzufügen habe ist, das die tatsächlich etwas nervenden Hinweise auf “Spooky Mulder” wohl damals dazu dienten seinen Charakter weiter zu zeichnen und nochmal deutlich zu zeigen das er eben nicht nur ein normaler FBI-Agent ist der an ein paar ungeliebten Fällen zu arbeiten hat, sondern das er genau das wollte, und eben nunmal sehr schräge Ansichten und Theorien hat.

    Für den Zuschauer der X-Files zum ersten Mal guckt ist dies nunmal eben erst die dritte Folge.

  2. Epstacy » X-Files - 1×21 - Tooms said,

    November 1, 2006 at 13:42

    [...] Da sitzt also dieser gelbäugige in seiner Zelle und versucht die Türe aufzumachen, indem er sich erst seine Schulter bricht und dann seinen Arm verlängert, um zum Türriegel zu kommen. (Also hier gibt es richtige Schlösser an den Türen!) “MOMENT!”, schreit mein Langzeitgedächtnis, “DEN KENNE ICH!”. Und es ist tatsächlich Tooms aus der Folge “X-Files – 1×03 – Squeeze“. Das gefällt mir gut, ein alter Bekannter und Zellennachbar von mir. [...]

Hinterlasse einen Kommentar

Spam Karma 2 has sent 18798 comments to hell and 57 comments to purgatory. The total spam count is -504.