01.07.2006

X-Files – 1×08 – Ice

Posted in X-Files at 15:45 by Fuzz

Es gibt ein paar Orte auf dieser Welt, wo noch echte Männer ihr Männerdasein fristen können. Einer dieser Orte ist ‘Icy Cape’. Das liegt im eisigen Alaska und ist eine Forschungsstation, die nur von ein paar Hardcoreforschern betrieben wird. Wonach forscht man in dieser Einöde? (Witze über Eskimos und Kühlschranke werden nicht in dieser Rezension auftauchen.) Man nimmt Probebohrungen vor, um zum Beispiel Klimawerte aus der Vergangenheit zu erfahren. Ab und zu sendet man noch Videobotschaften an die zivilisierte Welt und berichtet von den tollen Fortschritten, die man gemacht hat.

Eine dieser Videobotschaften ist anders: Ein ziemlich verstörter Bewohner faselt den metapsychischen Satz “We’re not… who… we are.” und wird nach hinten weggerissen. Die Übertragung endet an dieser Stelle. Wie man aber seit Herr der Ringe weiß, ist zu tiefes Graben nicht gut: “The dwarves delved too greedily and too deep.” Man könnte seine Vergangenheit dort treffen.

Die neu zusammengestellte 6-köpfige Hobby-Squad soll nun als Rescue-Team dorthin geschickt werden und Aufklärung betreiben. Waffen sind durch die FBI-Agenten Scully und Mulder vertreten. Bei der Ankunft stellt man folgendes fest:

  • Der Kühlschrank ist kaputt
  • Es ist unaufgeräumt
  • Das Bier ist alle
  • Alle sind tot
  • Lassie ist nicht gefüttert und muß dringend Gassi

Lassie ist natürlich der Hund, den es auch irgendwie dorthin verschlagen hat. Lassie hat aber schlechte Laune und beißt den Piloten, was eine Untersuchung des Hundes auf Tollwut (oder eine geplatzte Blase) nach sich zieht. Beim Hund findet man aber nur komische schwarze Hautverfärbungen und ein Ding, was sich unter der Haut bewegt. Alle sind erleichert, daß es keine Tollwut ist, man befürchtet aber trotzdem, daß der Pilot vielleicht infiziert ist. Ohne Quarantänemaßnahmen wird es keinen Heimweg geben. Der Pilot verweigert sich allerdings einer Untersuchung, wird tätlich, beugt sich aber der freundlichen gemeinsamen Überredung. Bei der nachfolgenden Wurmextrahierung wird aus der Untersuchung eine Obduktion. Die Befürchtungen, daß es hier um was Ansteckendes geht, erhärten also sich weiter.

(Das männliche Forschungsteam zieht sich aus, um sich gegenseitig auf Hautveränderungen zu untersuchen.)
Before anyone passes judgement may I remind you, we are in the Arctic.

Man vermutet, daß der Pilot und Hund durch die Infizierung so aggressiv geworden. Das könnte auch die Todesursache für das gegenseitige Abschlachten des letzten Forscherteams gewesen sei. Man legt sich zwar in der Nacht schlafen, traut sich aber nicht über den Weg.

Mitten in der Nacht wird das nächste Forschungsmitglied tot aufgefunden. Das ist schade, weil das mein Lieblingsgruppenmitglied war. Zur Ablenkung hörte er immer Radioaufnahmen von vergangenen Football-Spielen über Kopfhörer. Herrlich nerdig. Der Tod kam unerwartet, sein Redshirt-Status ist mir nicht aufgefallen.
Die Beschuldigungen werden härter und Mulder wird sogar eingesperrt. Aber die Paranoia und die Verdächtigungen gehen weiter. Die Situation ist angespannt, man wirft sich schlimme Dinge an den Kopf und der allgemeine Umgangston wird schärfer.

Now That’s More Like It! Diese Folge hat fast alles. Es fehlen zwar die Ufos, aber der Plot ‘Außerirdische sind oder waren auf der Erde’ wird in dieser Folge sehr gut weitergesponnen. Die Würmer stammen nun mal von diesen Probebohrungen und da ihre Lebensbasis Ammoniak ist, denkt sich Mulder natürlich seinen Teil.

45 minutes after evacuating us, they torched the place.

Es hat sehr viel Spaß gemacht, diese Folge zu schauen. Wahrscheinlich wiederhole ich mich, aber ich finde Folgen gut, die in den (Ufo-)Zyklus eingebaut sind. Sie erzeugen so eine gewisse Art von Atmosphäre, die sich schlecht beschreiben läßt. Dieses Gefühl, daß unser Alltag eben nicht so todlangweilig und banal ist, sondern das das Abenteuer um die Ecke liegt. Ein sehr fazinierendes Gefühl!

PS: Man achte mal auf die Besprechung am Ende, wo Scully, Mulder und der Wissenschaftler draußen stehen. Alle haben dicke Mäntel an, reiben sich die Hände und es gibt keine Atemwolken zu sehen.

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1 Kommentar »

  1. Starkiller said, [Offical comment]

    Juli 12, 2006 at 21:22

    Die Folge konnte ich eigentlich damals gar nicht mehr leiden, weil die immer lief wenn ich im TV mal Akte X gucken wollte. Aber jetzt, so mit reichlich Abstand, hat sie mir doch wieder gut gefallen.

    Von diesen Paranoia-Folgen, wo dank Ausserirdischer, giftigen Gasen oder dem neuesten Experiment der Army, Keiner Keinem traut, werden wir ja auch noch die ein oder andere zu sehen bekommen.

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