07.07.2006
Zen und die Kunst eine Serie zu schreiben
Eine gute Serie ist wie ein gutes Gericht. Gute Gerichte erkannt man schon von weitem. Sie duften und riechen gut. Das Gericht wird serviert, man sieht es und weitere Sinne werden angesprochen. Man weiß garnicht wo man anfangen soll, so lecker sieht es aus. Und spätestens hier beginnt das Hinken des Vergleichs.
Das Wichtige sind natürlich die Hauptdarsteller… Das stimmt natürlich nicht, das Wichtigste ist natürlich das Setting. Also wo, wann und wie spielt die Serie? Es gibt Serien, die in unserer Realität spielen (Early Issue) und unreale Serien (Xena). Manche Serien haben sogar mehrere Realitäten, die man z.B. besuchen kann indem man entweder die Dimension wechselt (Slider) oder andere Planeten besucht (Futurama).
Neben dem Wechsel der ersten 3 Dimensionen kann auch noch direkt einen Wechsel der 4. Dimension vornehmen, wenn Capitän Kirk wieder mal bei Primaten unterkommen will oder eine Rasse tritt, die es geschafft hat, nur noch Geist zu sein. Wechselnde Settings sind gut, weil dann die Drehbuchschreiber fast völlig freie Hand haben. Sie sind dann nur noch gebunden durch das Budget der Serie. Außerdem kann man bei wechselnden Settings auf jeden Fall eine Nazifolge bringen (Slider, TOS).
Nachdem die Settings festgelegt sind, kann man mit den Hauptdarstellern beginnen. Man braucht sie. Sie können gezeichnet (Simpsons), real (Dead Like Me) oder auch gerendert sein (Tripping The Rift). Was man davon nimmt, ist eigentlich völlig egal. Die Frage ist nur welchen Teil der Wirtschaft man ankurbeln will: Asien, Hollywood oder Silicon Valley.
Für die Serie selber spielt das eigentlich keine Rolle. Ich persönlich hab’ eine Abneigung gegen Charaktere, die ständig gut aussehen (Charmed, Buffy, Dark Angel). Normale Menschen sind mir lieber: Simpsons, Dead Like Me, McGuyver, A-Team. Allzu normal dürfen sie allerdings nicht sein (Knight Rider). Über die Anzahl der Hauptcharakter kann man streiten. Manche reden auch etwas abwertend über einen Hauptcharakter und seines Sidekicks. Die Wikipedia meint:
A sidekick is a stock character, a close companion who assists a partner in a superior position. Sancho Panza in Don Quixote, Dr. Watson in Sherlock Holmes, and Robin, Batman’s companion, are some well-known sidekicks.
Aber nichts ist langweiliger als Definitionen zu bringen und sich darüber auszulassen. Deshalb werde ich dazu nichts schreiben.
Man kann einen Hauptdarsteller haben (Kung Fu), 2 (X-Files), 3 (The Lone Gunmen), 4 A-Team, 5 (Power Rangers) oder auch 6 (Misfits of Science). Manchmal ist die Grenze auch sehr fliessend, weil es soviele Charaktere gibt (Simpsons) oder Hauptcharaktere werden ausgetauscht (Dr. Who). Es gibt Superhelden (Louis & Clerk), Maulhelden (Sledge Hammer), Anti-Helden (Homer), Handwerker-Helden (MacGuyver) und Nicht-Helden (My Name Is Earl).
Fähigkeiten sind total wichtig. Was kann unser Held oder unsere Helden? Da stehen vielerlei Dinge auf dem Plan: Rülpsen (Homer), Basteln (MacGuyver), Obsession zu einer 45er (Sledge Hammer) oder auch Menschen ins Jenseits befördern (Dead Like Me).
Gimmicks sind auch ganz wichtig. Diese tauchen in fast jeder Folge auf und helfen dem Charakter bei der Bewältigung seiner Aufgabe. Da wären Telefonzelle oder Kugelschreiber (Dr. Who), Trikorder (StarTrek), Auto (Knight Rider) oder manchmal ist es auch nur ein Hologram (Quantum Leap).
Manche Charakter haben ein Berufsleben mit Sozialversicherung (Michael Knight and the Foundation for Law and Government), machmal sind es Selbstständige (Frasier), Strafgefangene (A-Team) oder einfach nur Schüler (Parker Lewis can’t lose) oder auch Studenten (Melrose Place). Manche sind auch mehr oder weniger arbeitslos (Red Dwarf).
Im nächsten Teil erkläre ich dann, was die wirklich wichtigen Zutaten einer Serie sind!
Schlagwörter: zutaten
Torsten (taxi-blog.de) said,
Juli 7, 2006 at 20:53
Misfits of Science! Misfits of Science!! Oh seelige Kindheitserinnerung. Man, ich hab die Serie nur einmal sehen können und heftig geliebt. Okay, Courteney Cox war schon einer der wichtigsten Gründe. Aber auch darüber hinaus war es einfach nur cooool.
Blöderweise kann ich nach über 20 Jahren grad nicht mehr genau sagen, was daran so cool war. Aber ich weiß genau: Es war cool!
Jenny said,
August 24, 2006 at 14:38
Oh ja, Misfits of science! Läuft nach 13 Jahren endlich wieder! Kleb deswegen nur noch vorm Fernseher! Schweinegeile Titelmusik! Leider nur 16 Folgen.