14.07.2006
X-Files – 1×11 – Eve
Folgen mit kleinen Kindern sind immer etwas komisch. Mit Kindern haben die Autoren schließlich einen etwas eingeschränkten Handlungsspielraum. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, daß Kinder
- nicht sterben dürfen
- nervig sind
- nicht alles tun können, was Erwachsene in Serien auch tun
- einfach scheiße süß sind
Zwei Dinge treffen in dieser Folge zu und zwei nicht. Und wer die Rezension nicht ließt, wird die Wahrheit nie erfahren.
In Amerika (verdammt, wo auch sonst?) werden zwei Väter blutleer aufgefunden. Der Blutverlust kommt durch zwei kleine Wunden am Hals. Das sieht ein wenig wie Vampirismus aus, was aber natürlich völlig unrealistisch ist. Es gibt ja keine Vampire. Mulder stellt stattdessen die Theorie auf, daß das die Folgen einer Sezierung durch Außerirdische ist. (Geil, eine UFO-Folge!). Das würde auch erklären, warum die Tochter, die den Vorfall eigentlich hätte mitkriegen müssen, sich an nichts erinnern kann.
Komischerweise finden zwei dieser “Morde” zeitgleich mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt statt. Als man die zweite Familie aufsucht, stellt man fest, daß diese auch eine Tochter haben. Sie kann sich nicht nur an nichts erinnern, sondern sie sieht auch noch genauso wie die andere Tochter aus. Das macht stutzig.
Der aufmerksame Leser hat natürlich sofort gemerkt, daß dieser Folge das UFO-Tag fehlt und das ist kein Fehler.
Ich möchte an dieser Stelle auch nicht weiter auf die Story eingehen, da diese ziemlich gut ist (und nur knapp an der Auszeichnung Epstacy vorbeigeschrammt ist). Die Recherchen sind interessant, weil der am Anfang nur ungewöhnliche Fall im Laufe der Folge ziemliche bizarre Formen annimmt. Langsam nähern sich Scully und Mulder der Wahrheit. Auch Deep-Throat taucht in dieser Folge wieder auf und bringt die beiden auf die richtige Spur.
Scully: Do you have a girl coming over?
Mulder: What’s a girl?
Diese Folge ist spannend. Ich liebe diese Leute, die sich diese Drehbücher ausdenken. Beispiel? Es kann natürlich nicht einfach eine normale Klapse sein, sondern man bekommt vom Pförtner einen Panik-Button in die Hand gedrückt, damit man im Notfall Hilfe herbeirufen kann. Solche Details erhöhen die Erwartung an die Insassen und zeugen von der Liebe zum Detail. Diese (Details) sind am Anfang verwirrend und im Laufe der Folge erkennt man das große Bild. Und Scully und Mulder natürlich auch.
Mehrere Sachen sind mir aufgefallen. Wenn zwei kleine böse gleichaussehende Mädchen auftauchen, muß ich immer an Shining denken, wahrscheinlich für den Rest meines Lebens. Vielen Dank auch Herr Kubrick.
Außerdem dachte ich aufgrund eines Posting in de.alt.netdigest immer, daß nur Idioten aus der Werbebranche “To Go” mit “Zum Mitnehmen” übersetzen würden. Das stimmt nicht. In der Folge sagt Mulder ganz klar: “All right, uh, two diet and two regular to go, please”. Damit wäre bewiesen, daß die Engländer einfach kein Englisch können.
Göttlich ist außerdem die Szene, wo Scully und Mulder die Mädels am Ende in ihre Obhut nehmen und sie total nett finden. Einfach goldig. Die in der Folge benutzte Droge Digoxin (extrahiert aus der Pflanze Digitalis) gibt es natürlich auch.
Gerade solche kleinen Details machen die Folge zusammen mit dem typischen X-Files Ende sehr sehenswert und spannend.
PS: Diese Folge benutzt schwierige Wörter wie zum Beispiel: “exsanguination“. Gut, daß ich ab und an mal die Untertitel einschalten kann.
Schlagwörter: Deep-Throat, Empfehlenswert, X-Files