06.05.2007

Stöckchen zur Vorratsdatenspeicherung

Posted in Backstage at 17:53 by Starkiller

Marnem warf uns ein Stöckchen zu und auch wenn es mal nichts mit Serien zu tun hat, so ist es doch ein Thema das alle angeht, daher nehme ich es auf.

  • Wo befinden sich auf Dich angemeldete Telefone bei Benutzung (SMS und Telefonate per Handy, Festnetz, VoIP)?
    • Festnetz verteilt sich in etwa 80/20 auf zwei Standorte
      VoIP etwa 60/40. Telefonieren mit dem Handy oder das schreiben einer SMS kommt höchstens 2-3mal am Tag vor, dann halt wo ich gerade bin.

  • Wann stehst Du in der früh auf und wann gehst Du ins Bett (bzw um welche Uhrzeit findet der erste/letzte Netzkontakt des Tages statt?)
    • Erster Netzkontakt: Ca 11:30 Uhr
      Letzter Netzkontakt: Ca 5 Uhr

  • Mit wie vielen Handys, in denen eine auf dich angemeldete SIM-Karte steckt, wurde innerhalb der letzten sechs Monate telefoniert?
    • zwei, das aber auch nur weil ich in diesem Zeitraum auf ein neues Handy gewechselt habe, also nur eine SIM-card.

  • Von wie vielen Orten aus wurde in den letzten sechs Monaten auf ein auf deinen Namen angemeldetes Email-Konto zugegriffen?
  • (Orte werden anhand von IP-Adressen zugeordnet. Die Verwendung von verschiedenen Internet-Providern vom selben Standort aus zählt als verschiedene Orte, zwei Standorte in der selben Stadt über den selben Provider zählen hingegen meist als ein Ort)
    3-4 denke ich, zumindest Zugriffe von denen ich weiß und bei denen ich mich selbst eingeloggt habe, wenn die NSA mitliest, dann natürlich mehr.

    Wie Marnem schon gesagt hatte, all diese Daten können mit Hilfe der Vorratsdatenspeicherung sehr leicht ermittelt werden. In einer Auswertung der Daten lassen sich also recht schnell, Gewohnheiten und auch Bewegungsprofile ableiten.

    Ich könnte jetzt recht schnell einige Szenarien beschreiben in denen das sehr unangenehm werden kann, aber ihr seit alle intelligente aufgeklärte Menschen, deswegen überlasse ich das eurer Phantasie.

    Ich gebe das Stöckchen mal an Torsten vom Taxi-blog weiter.

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    9 Comments »

    1. Anubiz said,

      Mai 6, 2007 at 18:36

      nich zu vergessen, daß man beim handy noch mitloggt, wo sich das handy beim telefonieren grad befindet!

      einfach ein kranker haufen …
      und bringen tuts eh nix
      (terror, ne is klar!)
      Schäuble is der größte Terrorist in Deutschland …

    2. Fuzz said, [Offical comment]

      Mai 7, 2007 at 09:27

      Ich finde auch, dass die Verhältnismäßigkeit bei ständiger Überwachung überhaupt nicht mehr gewährleistet wird. Von den Kosten für die Wirtschaft, die eben auch auf die Kundenpreise umgelegt werden, mal nicht zu sprechen.

      Die Illusion, dass der Staat für die Überwachungskosten entschädigt, ist ziemliche Verarschung bzw. ein sehr hohles Versprechen.

    3. Marnems Sicht der Dinge » Blog Archiv » Das Vorratsdatenspeicherungsstöckchen said,

      Mai 7, 2007 at 12:29

      […] 7.5.2007 12:30] Die bisherigen Antworten auf das Stöckchen: Boje Epstacy Kirika […]

    4. Marnem said,

      Mai 7, 2007 at 12:36

      Ich bin mir sicher, wenn man alles und jeden Überwacht, dann würden weniger Verbrechen passieren. Ich bin mir auch sicher, dass ich persönlich keine Angst vor der Überwachung haben muss.
      Allerdings bin ich mir auch sicher, dass dann regierungskritische Demos oder Webseiten deutlich weniger besucht würden.

      Es geht nicht darum, Kriminelle zu schützen oder etwas verbotenes zu schützen, sondern es geht darum die Freiheit zu erhalten, indem man vermeidet die Schere im Kopf einzuführen.

    5. Starkiller said, [Offical comment]

      Mai 7, 2007 at 12:57

      Die Aussage ist zwar richtig, aber irreführend und nicht das eigentliche Thema.

      Wenn wir alle Bürger ins Gefängnis stecken würden, käme es auch zu wesentlich weniger Verbrechen, aber das dies nicht umsetzbar ist und gegen die Menschenwürde des Einzelnen geht, sieht jeder ein, wenn man das Ganze aber auf einem kleineren Level umsetzt und dazu sagt das dieses Opfer im Kampf gegen den Terrorismus erbracht werden muss, dann soll das ok sein?

      Und warum solltest du keine Angst vor der Überwachung haben? Stell dir mal vor du fährst beruflich in eine fremde Stadt und am gleichen Abend wieder zurück, zur gleichen Zeit geht aber in der Stadt eine Bombe hoch…das sieht schon mal sehr verdächtig aus, hat dich jetzt noch eine der CCTV-Cams mit einem Rucksack gesehen, dann sehen wir dich nie wieder.

    6. Marnem said,

      Mai 7, 2007 at 13:13

      Hmm, falsch ausgedrückt ich mich habe.

      Davon ausgehend, dass ich keine Verbrechen und Terrorakte begehe und auf unseren Rechtsstaat vertraue, sollte mir durch die Überwachung eigentlich nichts passieren. In deinem Terroranschlagsbeispiel mag es durchaus sein, dass ich erst einmal zu den Verdächtigen gezählt würde, aber ich vertraue darauf (vielleicht auch fälschlicher Weise), dass meine Unschuld festgestellt würde.

      Viel mehr Angst habe ich vor Aussagen meiner Freundin wie:
      Willst Du das wirklich bloggen? Wer weiß, ob dir das in Zukunft nicht schadet?

      Vor dieser Art von vorauseilendem Gehorsam habe ich Angst, denn diese beschränkt unsere Freiheit. Auf Grundrechte wie Menschenwürde oder Unschuldsvermutung möchte ich mich gegenüber einem Menschen wie Schäuble, der die Bundeswehr im innerern und Raketen gegen Verkehrsflugzeuge einsetzen will nicht berufen, da er diese trotz Jurastudium anscheinend nicht verstanden hat.

    7. Starkiller said, [Offical comment]

      Mai 7, 2007 at 13:28

      Ohja, das mit dem vorauseilenden Gehorsam ist ne starke Nummer.
      Nichts ist so schlimm wie die Dinge die wir bereit sind uns selbst anzutun.

      Mit obigem Beispiel wollte ich auch nicht andeutend das du dann für ewig in einem geheimen ‚Camp‘ verschwindest, sondern nur das du aufgrund dieser Informationen erstmal aufgegriffen wirst, oder das man wegen Terrorverdacht dein Telefon abhört usw.

      Und es ist tatsächlich richtig das Anonymität in gewissem Maße wichtig ist, sonst traut sich bald keiner mehr eine politische Meinung zu haben, aus Angst auf eine spezielle ‚Liste‘ zu kommen.

    8. taxi-blog.de » Blog Archive » Autsch! said,

      Mai 8, 2007 at 06:47

      […] Da wirft der Starkiller ein Stöckchen und trifft direkt auf eine Ansammlung freiliegender Nerven… Warum ich da grad sehr […]

    9. Vorratsdatenspeicherung said,

      Mai 11, 2007 at 18:34

      […] Stöckchen zur Vorratsdatenspeicherung habe ich bei epstacy […]

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