04.06.2007

Collector – 1×01 – The Rapper

Posted in Sneak Review at 10:20 by Fuzz

Wenn ich neue Serien schaue, dann zerlege ich diese automatisch in ihre generischen Komponenten. Diese entziehen sich natürlich einer wissenschaftlichen Definition und gar Grundlage, aber Blogs sind ja selten wissenschaftlich und das Wort Medienwissenschaftler klingt deshalb auch ein wenig Paradox für mich.

Was eine generische Komponente ist, hängt nicht nur von persönlichen Vorlieben ab („Batman oder Superman“), sondern auch vom Geburtsjahr.

Eine einfache Testfrage erörtert die Generizität. Angenommen man schaut eine Serie mit einem Hauptdarsteller, der mehrere Jahrhunderte alt ist und dieser erinnert sich während der Folge immer wieder an seine „Anfänge“ und während dieser Anfänge hatte er Geliebte. Welches Glöckchen klingelt da?

  1. Highländer (egal on Serie oder Film)
  2. Collector

Je nach Klingelton (Das Stichwort fehlte Epstacy definitiv noch) kann man daraus locker auf Geburtsjahr und/oder Sehgewohnten schliessen. Die stringente Beweisführung überlasse ich dem Leser.

Generizitäten treten in modernen Serien eigentlich nie alleine auf und so auch bei Collector. Also da hätten wir Highländer wegen der Flashbacks und das Element „Tote aufsammeln“ wird für mich einfach immer ein wenig nach Dead Like Me klingen. Wenn dann auch noch anklingt, dass die Seelen innerhalb der nächsten 48 Stunden gesellschaftlich erledigt sind, dann klingt das einfach nach „Early Edition“. (Oder eben auch nach dem Kassandra-Syndrom.)

Und wie ist Collector sonst so?

Der Hauptdarsteller ist ein alter aber junggebliebener Mönch aus dem Mittelalter, der damals seine Seele dem Teufel für eine Frau verkauft hat. Als Gegenleistung, damit seine Seele eben nicht vom Teufel geholt wird, muss er nun selber Seelen sammeln gehen. Er erinnert den Vertragspartner an ihren Vertrag und kündigt schon mal die ewige Verdammnis an und bittet, dass sie ihre Seelen jetzt schon abgeben mögen, damit der Teufel durch nun folgenden unaufhaltsamen gesellschaftlichen Niedergang nicht noch mehr erheitert wird.

Ich – als Medienkonsumteufel – fühlte mich erheitert. Die kleinen Flashbacks aus seiner Vergangenheit lockern den Erzählfluss angenehm auf und haben mir damals schon die Highländer Serie guckbar erscheinen lassen. Die Story des Rappers „Core D“, der damals aufgrund der Schwangerschaft seiner Freundin seine Seele verkauft hat, um aus dem Mileu rauszukommen, gefiel mir gut. Die Beschimpfungen seines Vaters flossen teilweise 1:1 in seine Texte ein.

Die Stimmung der vermockten Großstadt gefiel auch und das der Teufel ausgerechnet im Obdachlosenheim schon 3 Leute fand, die ihre Seele verkaufen wollten, unterstreicht den Zynismus dieser Serie.

collector-1×01-pilot.png

I’m very amused! Ist sie schon eingestellt worden?

Schlagwörter: , , ,

1 Kommentar »

  1. Epstacy » The Collector said,

    Juni 7, 2007 at 10:03

    […] Sommerpause, die kompletten drei Staffeln von “The Collector” gesehen und da Fuzz gerade darüber schrieb wollte ich nun auch mal meine Meinung dazu […]

Schreibe einen Kommentar

Spam Karma 2 has sent 36520 comments to hell and 73 comments to purgatory. The total spam count is -1448.