25.06.2007

Heroes und die Werbung

Posted in Weißes Rauschen at 10:53 by Starkiller

Wenn ein Film oder eine Serie besonders erfolgreich ist, dann kann man sich ja denken, das die werbende Zunft ganz heißt darauf ist, dieses Produkt mit ihrer Werbung in Verbindung zu bringen.
So weit, so wenig neu, Werbung ist ein notwendiges Übel das jeder mehr oder weniger zu ignorieren gelernt hat, darüber muss man eigentlich kein weiteres Wort verlieren.

Wir sind also alle schon daran gewöhnt den Werbeblock zu ignorieren, oder dank Tivo verschwinden zu lassen, der nächste Schritt war also Werbung mit dem Content zu verbinden, so das sichergestellt ist, das keiner einfach wegschaltet. So wurde das ‘product placement’ geboren, welches in seiner reinsten Form sogar zu verschleiern mag, das es überhaupt Werbung ist. Ein gutes Beispiel dafür wäre z.B. das in den letzten Jahren, wenn in einer Serie jemand an einem Laptop arbeitet, die Kamera der Person nicht mehr so oft, wie früher, über die Schulter guckt, sondern die Person von vorne zeigt, so dass das Firmenemblem auf dem Laptop-Deckel wunderbar sichtbar ist.

Für sich alleine betrachtet keine große Sache könnte man meinen, aber dennoch ist es bedenklich das Werbung nicht wie früher den Content nur unterbricht, sondern mittlerweile sogar verändert.
Ein aktuelles Beispiel las ich kürzlich beim Hollywood Reporter, dort steht zu lesen, das sich in der kommenden Staffel von Heroes ein Automobilhersteller im großen Stil mit ‘multiplatform marketing’ in der Serie breit macht. Und zwar in einem solchen Umfang, das man sich echt fragen könnte ob man nicht gleich auch noch den Shownamen entsprechend anpassend sollte. (Vorschläge bitte in die Comments).

Man sollte sich also nicht wundern, wenn dann demnächst nicht mehr wie sonst mittlerweile üblich, viele Konversationen nicht mehr per Handy geführt werden, sondern in einem Auto stattfinden werden, oder wenn unsere Helden nicht mehr einfach nur an dem Ort ankommen wo die nächste wichtige Szene statt findet, sondern auf einmal alle ein Auto fahren.

Und am Ende sei es mir noch erlaubt die Frage in den Raum zu stellen, wie wohl unsere Lieblingsshows aussehen würden, wenn marketingtechnische Kompromisse nicht notwendig gewesen wären!

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14 Kommentare »

  1. Spit said,

    Juni 25, 2007 at 12:58

    Das wuerde dann aussehen, wie in den 80er Jahre-Serien. Als Beispiel Dempsey & Makepeace, Krimi-Serie von 1984, vielleicht erinnert sich noch wer dran. Da wird nicht das Handy gezueckt, sondern da suchen die Cops erstmal verzweifelt ne Telefonzelle, wenn sie unterwegs wichtige Infos haben ;-)

    Besonders aufgefallen ist mir das Product Placement in Sachen PCs. Man sollte meinen, das praktisch jeder in den USA nen Apple hat. Ausser bei den Boesewichtern, die haben fast immer Windows-Rechner. Man kann fast schon sagen: Windows PC = Evil ;-)
    Apropos Apple. Veronica Mars hatte nen Apple-Notebook, das Teil war praktisch immer an. Sollte den potentiellen Kunden auf diese Weise suggeriert werden, das die Akkus des Dingens praktisch ewig halten?*g*

  2. Anubiz said,

    Juni 25, 2007 at 14:29

    heißt der autoschrauber zufällig nissan?
    war doch in S1 schon stark am werben …

    jo apple is eh product placer #1, kaum ne serie ohne iBook, und natürlich iPod!
    wir erinnern uns an Heroes, wo der von der Autoschrauberin (ha welch zufall *gg*) in großaufnahme in ihrem blut lag!
    und bei house gibts regelmäßig großaufnahme der sneaker :)

    ist mir aber 1000x lieber als irgendwelche dummen einblendungen für sms-abzocken oder für den blockbuster am sonntag, am besten schön mit sound …

    ps: autowerbung wär doch was für 24 – ne echtzeit 30 minuten fahr mit außencam :)

    naja, ich sehs mal so: wie immer werden sie es so lange übertreiben, bis die zuschauer ihnen die rechnung präsentieren – gibt ja auch genug leute, die RTL2 nicht mehr mit dem Ar*** angucken würden, wegen deren Werbepolitik

  3. Samthammel said,

    Juni 25, 2007 at 15:10

    Ich meine auch, Nissan ist mir in der ersten Staffel schon unangenehm aufgefallen. An die Szene mit dem blutigen iPod der guten Höhrerin kann ich mich auch noch erinnern. Ist bei mir aber eher negativ hängen geblieben weil es so offensichtlich war.

    Das mit dem Blick über die Schulter beim Arbeiten am Computer/Laptop: Vielleicht verstehen sich die Effekteleute heute auch einfach besser damit ein Programm darzustellen welches keine Copyrights verletzt und demnoch passend zur Szene aussieht. Wäre auch eine Möglichkeit, muß ja aber nicht.

    Persönlich wäre es mir natürlich auch lieber, wenn die Serien komplett ohne Werbung auskommen würden. Zumal man sich, wenn man über einen Bezahlsender guckt, über die festintegrierte Werbung bestimmt doppelt ärgert. Nach dem Motto: “Ich zahle doch schon den Sender, warum noch Product Placement!?”.

  4. Starkiller said, [Offical comment]

    Juni 25, 2007 at 16:42

    yup, der Schüsselschrauber ist Nissan (wie gesagt, einfach mal den verlinkten Artikel lesen)

    Ich denke es ist ein schmaller Grad den es hier zu wandern gibt. Damals in der Ende-Verfilmung “Momo” fuhren alle ‘grauen Männern’ einen dicken grauen Benz, hat sich eigentlich keiner was dabei gedacht, heute würden alle ‘product placement’ schreien.

    Und die Kehrseite des ganzen wäre ja, das man in jeder Serie, jeden Gegenstand den man wiedererkennen könnte, verschwinden lassen müsste. Ich habe in TV-Shows auch schon abgeklebte Coladosen gesehen, oder Flaschen im Kühlschrank die offensichtlich alle mit dem Label zur Wand gedreht wurden, das ist irgendwie auch nicht besser.

    @Samthammel: Deinen Abschnitt zu “Kamerablick über die Schulter” verstehe ich nicht ganz, im Artikel schrieb ich das Laptops eben kaum noch mit der Bildschirmseite zur Kamera gezeigt werden, damit man besser das Apple, oder Dell-Logo auf der Schale sehen kann, dann braucht man gar keine CGI-Typen mehr.

  5. Marnem said,

    Juni 25, 2007 at 18:42

    Einerseits wollen wir, dass unsere Serienhelden möglichst alles an Technik nutzen, die uns auch zu Verfügung steht, andererseits wollen wir kein Product-placement.
    Is ne doofe Zwickmühle, denn wenn zB Dosen abgeklebt sind, bin ich oft unterbewußt damit beschäftigt, welches Label unter dem Aufkleber ist. Außerdem will ich ja, dass meine Helden das benutzen, was ich auch benutze (also kickt Apple ;-) ), einfach weils das eigene Selbstbewusstsein hebt. Zumindest, wenn man das item schon besaß, bevors im TV war (negativ-Beispiel: PS3 in Heroes als Nikki und Micah zocken).

    Die ganze Product-Placement Problematik führt bei mir zB dazu, dass wenn ein Produkt unvermittelt und für mich überraschend auftaucht ich mich immer frage, obs Zufall oder Product-Placement ist (zB gestern auf 3SAT in Cannonball der BMW 2000er in der Schlußszene).

    Mir würde mehr Diversivizierung gefallen, wenn also zB ein bayrischer Kommisar statt immer BMW jede Folge ein anderes Auto fahren würde, einfach um zu zeigen, dass es NICHT geplaced ist. Andererseits würde ich bei jedem item, dass öfter auftaucht darauf schließen, dass es bezahlt ist. Auch doof.

  6. Starkiller said, [Offical comment]

    Juni 25, 2007 at 19:08

    “jede folge ein anderes Auto”
    Das verträgt sich aber dann irgendwie wiederrum nicht wirklich mit der Story, es sei den der Protagonist ist Milliardär :-)

  7. Spit said,

    Juni 25, 2007 at 19:37

    Hmm, bei Autos ist das wieder was anderes. Was waere Magnum ohne seinen Ferrari gewesen, Knight Rider ohne Trans Am. Bei Stingray war ja gleich die ganze Serie nach der Automarke benannt ;-)

  8. Starkiller said, [Offical comment]

    Juni 25, 2007 at 20:15

    ist dann bald bei den Nissan-Heroes auch so :-)

  9. Fuzz said, [Offical comment]

    Juni 25, 2007 at 23:16

    Schleichwerbung ist dann gegeben, wenn Gegenleistungen für das Verwenden irgendwelcher Produkte erbracht worden sind. Ob das nun das Überlassen von “Hardware” ist oder direkt Geld floss, ist dabei egal.

    Die Firma Schein Berlin geht übrigens den umgekehrten Weg. Diese Agentur erfindet Produkte, die dann in einer Serie einfach im Regal stehen können. Das hat 2 Gründe: Es ist keine (verbotene) Schleichwerbung und im richtigen Werbeblock kann der Bierhersteller dann eben zur Kasse gebeten werden. Sehr neutral.

    Sehr schön ist übrigens, dass das Logo auf Laptops so angebracht ist, das es im aufgeklapptem Zustand richtigrum zu sehen ist. War das wohl schon immer so?

  10. Marnem said,

    Juni 26, 2007 at 00:31

    Nope, war es nicht. Früher war das logo noch richtig herum angebracht, so dass es aufgeklappt auf dem Kopf stand. Apple oder Dell waren afaik die ersten, die dies umdrehten. Es gab auch mal ein Laptop mit drehbarem Logo, wenn ich mich recht erinnere. Is aber schon lange her, irgendwann im letzten Jahrtausend.

  11. Starkiller said, [Offical comment]

    Juni 26, 2007 at 03:54

    Noch ein kleiner Nachtrag dazu, Ich habe eben bei Scifi gelesen, das der Heroes-Cast dann im Zeichen dieser Nissan-Aktion im August um die Welt reißt, und dann auch einen Zwischenstopp in München macht. Zumindest für die von euch die dort leben, könnte das vielleicht interessant sein.

    Marnem, hast du nicht Lust unseren Reporter vor Ort zu spielen? B-)

  12. Marnem said,

    Juni 26, 2007 at 11:39

    Whhhhhuuuuuuuuhhhhhhhhaaaaaa

    Is ja Geil!

    Da werd ich natürlich hintigern. Überlegt doch mal, wie wenige andere Fans da sein werden, vllt sind sogar Gespräche mit dem Cast möglich? Jetzt nur noch Termin und Ort rausfinden und hoffen, dass ich die DVD bis dahin schon habe für Autogramme…

  13. Starkiller said, [Offical comment]

    Juni 26, 2007 at 13:09

    wenige Fans, wie kommst du den darauf? Ich habe bisher noch niemanden getroffen der gesagt hat “Heroes gefällt mir nicht”. Gut es läuft noch nicht in Deutschland aber das ist doch kein Grund! :-)

    Also das Angebot steht, wenn du da hin gehst würden wir uns über einen Gastartikel freuen.

  14. Marnem said,

    Juni 26, 2007 at 13:47

    Ich glaube einfach, dass es noch nicht viele Leute gibt, die Heroes gesehen haben. Als Beispiel dafür mag gelten, wenn bei Preisverleihungen zwar Hayden gezeigt wurde, aber weder die Moderation, noch der Off-Text auf sie einging, einfach weil man sie in Deutschland noch nicht kennt.

    Ich freu mich drauf.

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