30.03.2007
PCD: The Search for the Next Doll – 1×01 – The Auditions
Nachdem man im deutschen Fernsehen eine Menge Talentshows zu sehen bekommt, wo Talentlose sich selbst bloßstellen dürfen, wollte ich natürlich mal eines der Originale sehen. Von diesen (Fernseh-)Reality Shows geht irgendwie eine gewisse Faszination aus. Das Gefühl ist ähnlich, als wenn man beim Nachbarn im Müll wühlt. Das Abstossende ist da, aber vielleicht entdeckt man weiter unten ja noch etwas tolles.
Irgendwo zwischen Will-ich-das-wissen?, Abstossung und Voyeurismus fühlt Realityfernsehen zuhause und die Serie “Pussycat Dolls: The Search for the Next Doll” macht da keine Ausnahme. Die Pussy Cat Dolls (PCD) möchten sich gerne vermehren. Aufgrund der monogeschlechtlichen Ausrichtung der Gruppe und dem damit fehlenden Samenspender ist eine Vermehrung durch Paarung nicht möglich.
Weiterhin hat die UNO der Produzentin bzw. Zusammenstellerin der PCD Robin Antin verboten, ihre Experimente weiter fortzuführen und ihre Clonlabore wurden beschlagnahmt, so dass man nun andere Wege suchen muß, wie aus den 6 eben 7 Puppen werden.
Während in Deutschland die Talente™ vor Antritt erstmal singen dürfen, läßt man diesen Teil einfach mal ganz weg. Die hier auftretenden 18 Talente sind quasi schon die Creme de la Creme. Das zukünftige 7. Mitglied muß folgende Bedingungen erfüllen”
- Es muss sexy sein
- “Good singer”
- She must be the “hottest dancer”
Alles in allem erfülle ich all diese Bedigungen, aber um mich geht es ja hier nicht. Die erste Aufgabe mit Kamerabegleitung ist die Aufteilung der 18 in 3 Gruppen zu je 6. Diese sollen dann jeweils einen Song der PCD nachsingen und -tanzen. 9 kommen weiter.

Die Jury besteht aus Robin Antin, einem Mitglied der PCD (Nicole Scherzinger) und den üblichen anderen Sidekicks. Einer davon ist natürlich sichtlich schwul. Manche Dinge ändern sich einfach nicht.
Als dann auch noch ein paar Tage vor der Endpräsentation sich ein Virus ausbreitet, bekommt man endlich wieder kotzende Menschen im Fernsehen zu sehen. Das habe ich seit der Einstellung von Jackass durchaus nicht vermißt. Manche Geschichten schreibt wirklich das Leben.
Beeindruckend finde ich natürlich die Ästhetik des Präsentierten. Man hat das Gefühl, in einem endlosen Videoclip zu sitzen. Dazu trägt natürlich die permanent eingespielte Musik bei, die natürlich von den PCD kommt, ebenso wie der Schnitt und die Abspieltempowechsel (Zeitraffer <-> Normaltempo). Hier gibt es durchaus Punkte auf der Habenseite zu verbuchen.
Über den Inhalt von Realityfernsehen im Allgemeinen bzw. dieses Formats im Speziellem darf gerne in den Kommentaren gestritten werden. Der Vorteil hier: kein Bohlen.
Man darf gerne weiter endlos streiten, ob es sich hier um eine Softpornoproduktion, ein Ausverkauf von Frauenkörpern handelt oder es einfach nur um Abzocke dieser 20-25 jährigen geht, aber so ist das Showbusiness. Während attraktive junge Dinger sich mit wenig an auf der Tanzfläche räkeln und das als Fortschritt für sich und ihr Ego begreifen, lehne ich mich dezent in meinen Stuhl zurück und frage mich: “Darf ich das gutfinden?”
Dummes Fernsehen hat ja mindestens zwei Teile: der eine produziert es und der andere schaut es.
Interessant dazu ist natürlich auch noch der SPON Artikel Freakshow mit Püppchen.
Schlagwörter:bedingt, pcd, pussy-cat-dolls, spon, The-Search-for-the-Next-Doll