02.11.2006
Posted in X-Files at 10:43 by Fuzz
Also Filme wo kleine Kinder drin vorkommen, wecken bei mir alte Erinnerungen an Indiana Jones and the Temple of Doom und das unsägliche Schreien des Doppelsilbenpaares “Indy”, “INDY”, “INDYYYYYY”. Ich persönlich fand das (spätestens) ab dem 2. Male doch sehr abtörnend. Andere Kinder, wie zum Beispiel Damien aus The Omen, sind da schon wesentlich ruhiger und gemeiner. Das gefällt mir besser. Aber ich schweife ab, siehe auch Serendipity.
In dieser Folge wird ein kleines Mädchen in der Nähe einer Polizeistation von der Polizei aufgegriffen und in ein Verhörzimmer gebracht. Das klingt jetzt schlimmer als es ist, aber da sich das Kind offensichtlich verlaufen hat, muss man es irgendwo befragen, damit man es wieder zur Mama zurückbringen kann. Die Frage, wie aus diesem Routinefall ein X-File wird ist ganz einfach. Kurz nach dem Begin der Befragung liegt der diensthabende Polizist tot auf einem Autodach auf der Straße. Die Kollegin pardon… Ex-Kollegin kennt Mulders Arbeit vom Toomsfall (X-Files – 1×03 – Squeeze und X-Files – 1×21 – Tooms) und bittet deshalb das dynamische Duo um Hilfe.
Im Laufe der Folge stellt sich raus, das mehrere Polizisten ums Lebens kommen und jedesmal ist das kleine Mädchen in der Nähe. Aktives Verschulden kann ihr natürlich nie nachgewiesen werden, wie sollte ein kleines Mädchen auch einen Mann auch aus dem Fenster werfen können, aber genau das macht die Sache natürlich noch viel mysteriöser.

Es stellt sich heraus das die entstehenden Todesopfer früher mal zusammen gearbeitet haben und Ziel eines Bestechungsversuches waren. Einer davon (Charlie Morris) wollte das schmutzige Geld nicht haben und wurde vom Rest der Gruppe beseitigt. Der Geist – beseelt durch den Rachegedanken – fuhr in das kleine Mädchen, was damals geboren wurde und mit Hilfe von psychokinetischen Eigenschaften konnte die Rache durchgeführt werden. (Einer aus der Gruppe heiratete sogar die Witwe, was für ein gemeiner Hund.)
Mehrere Details machen diese Folge zu einer kleinen Perle:
- Das Kind nervt nicht, sondern zieht einfach besessen sein Ding mit Hilfe von recht eigenwilligen Todesarten durch.
- Die Details der Puppenverstümmelungen beim Psychologen fand ich recht gruselig. Die Verletzungen sind immer gleich und entsprichen dem Bericht der Gerichtsmedizin, die den Fall von Charlie damals untersucht haben.
- Am Ende gibt es eine Vergebungsszene. Der letzte Überlebende aus der Gruppe bittet um Verzeihung und kommt damit durch. An dieser Stelle muss ich mich einfach als Romantiker beschimpfen lassen, aber ich halte den Verzeihungsgedanken für einen wesentlichen Grundstein unserer Gesellschaft, bzw. er sollte einer sein.
- Tooms kommt wieder in dieser Folge vor.
Insgesamt eine recht gute Folge.
PS: Manchmal möchte ich gerne überprüfen, ob das was Mulder so von sich gibt auch stimmt. Nehmen wir mal folgenden Satz von Mulder: “There was a documented case in the ’70s of a man from Porlock, Ohio who could influence undeveloped film.” Wenn man dannach sucht, findet man entweder nur Müll oder Scripte dieser Folge. Das erinnert mich das Zitat mit Ruth Moschner (oder auch im Google-Cache) auf German-Bash. Da ich nichts brauchbares gefunden habe, würde ich mal vermuten, dass es diesen Fall nicht gibt.
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01.11.2006
Posted in X-Files at 10:09 by Fuzz
Folgen, die in Irrenanstalten anfangen faszinieren mich. Warum das so ist, erkläre ich aber ein anderes Mal, erst muss ich die Rezension fertigstellen, weil die Wächter gleich das Licht ausmachen.
Da sitzt also dieser gelbäugige in seiner Zelle und versucht die Türe aufzumachen, indem er sich erst seine Schulter bricht und dann seinen Arm verlängert, um zum Türriegel zu kommen. (Also hier gibt es richtige Schlösser an den Türen!) “MOMENT!”, schreit mein Langzeitgedächtnis, “DEN KENNE ICH!”. Und es ist tatsächlich Tooms aus der Folge “X-Files – 1×03 – Squeeze“. Das gefällt mir gut, ein alter Bekannter und Zellennachbar von mir.
Dieser genetische Sonderling wacht alle 30 Jahre auf, muss 5 Opfer töten, deren frische Leber zu sich nehmen und dann kann er sich wieder für 30 Jahre mit Hilfe von Zeitungspapier verpuppen.
Die Wege von Mulder und Tooms kreuzen sich bei seiner Anhörung, wo darüber entschieden wird, ob Tooms aus meiner Nachbarzelle raus darf oder ich noch länger mit ihm spielen kann.

Mulder hält zwar einen leidenschaftlichen Vortrag über die Gefährlichkeit meines Zellennachbars, allerdings klingen die Fakten doch etwas verwirrend. Da das FBI offiziell auch nie Anklage erhoben hat, bekommt er die Freiheit geschenkt und ich darf hier weiter in der Zelle sitzen, nur weil ich Napoleon bin. Was für eine Ungerechtigkeit.
Wenn Tooms noch eine Leber in die Finger bzw. in den Mund bekommt – so hat er mir zumindestens beim Mittagessen erzählt -, so kann er sich wieder 30 Jahre schlafen legen. Das hat den Vorteil, dass Scully und Mulder dann wahrscheinlich schon lange in Rente sind.
Diese Folge hat mir, meinem Quietscheentchen und meinem unsichtbaren Freund Fred ganz besonders gut gefallen. Die etwas trashig angehauchte 1. Folge, wird durch diesen 2. Teil kräftig aufgemöbelt, zumal man am Titel nicht erkennen kann, dass es sich hier um einen Zweiteiler handelt. Ich liebe Überraschungen. Auch der alte Polizist von damals taucht in dieser Folge wieder auf.
Außerdem wird in dieser Folge Scully mal wieder von Skinner und vom Raucher zurecht gewiesen. Man ist mit dieser unorthodoxen Arbeitsweise nicht zufrieden. So macht man das beim FBI nicht. (Sagt zumindest mein anderer Zellennachbar!)
Eine langwierige Einführung des Täters ist überflüssig und so hat man sogar Filmzeit übrig: Tooms bricht bei Mulder ein und drückt sich den Schuh von Mulder ins Gesicht und fügt sich ein paar Wunden zu, um Mulder anschliessend in Bedrängnis zu bringen. Eine sehr interessante und einfallsreiche Idee, die aber leider folgenlos bleibt. Mulder wird zwar suspendiert, aber das kümmert ihn eher wenig.
Spannend bleibt es auch dadurch, dass man sich fragt, wer wohl das 5. Opfer sein wird.
Ja, so gefällt mir das schon wesentlich besser und Fred stimmt mir zu.
“LICHT AUS!”
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21.06.2006
Posted in X-Files at 12:34 by Fuzz
Nach den beiden letzten Folgen haben Scully und Mulder erstmal Ruhe vor UFOs, Außerirdischen oder den Zeugen Jehovas. Serientypisch fängt die Folge mit einem Mord an, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. (Mit Serientypisch ist nicht ‘Typisch für diese Serie’, sondern ‘Typisch für eine Serie’ gemeint. Und Mord könnte auch ein beliebig anderes Ereignis sein. Wo war ich?) Ein harmlos wirkender Bürobewohner wird aus einem “Gullydeckel” heraus beobachtet.
Bei der Beobachtung bleibt es allerdings nicht. Als der Bürobewohner sich in seiner Büroetage ein aromatisches koffeinhaltiges Heißgetränk holen geht, drehen sich die Schrauben des Lüftungsschlitzes auf, ein Ding kommt hervor, wartet auf den Bürobewohner und tötet ihn ziemlich martialisch.
“Durch die Lüftung gekommen und durch die Lüftung gegangen”, so steht es auch schon in der Bibel (Fred 21,3) und so geschieht es auch hier. Der Fall wird von einem ehemaligen Akademie-Mithäftling namens Tom Colton an Scully rangetragen. Natürlich kann sich der Mensch auch nicht verkneifen, “Spooky Mulder” zu erwähnen. Erst lästern und dann auch noch Hilfe wollen, sowas haben wir gerne. Ich versuche verweifelt, ein Alternate-Ending auf der DVD zu finden, wo Scully ihm eins auf die Nase gibt, finde es aber nicht. Die Folge geht (leider) anders weiter.
Das Opfer ist schon das dritte in einer Reihe von Morden, die recht merkwürdig sind, weil man nicht so genau weiß, wie der Mörder den Tatort verlassen hat. Eine Frau wurde in einer Umkleidekabine umgebracht, die von innen verriegelt gewesen ist. Allen Opfern ist gemein, daß ihre Leber postmortem vermißt wird. (Zu Lebzeiten wurde sie auch vermißt, für eine Suchanzeige hat es aber dann doch nicht gereicht!)
Tom kann es sich während der Einführung nicht verkneifen blöde Witze über den armen Spooky Mulder zu machen und sogar als er Mulder persönlich trifft, macht er einen blöden Witz über kleine grüne Männlein. Natürlich macht Mulder seine Sache gut und findet – dank eines Fingerabdrucks – eine Verbindung zu einer alten X-Akte. Die Dinger werden schließlich gut aufbewahrt und alle 20 Jahre abgestaubt. Das ist auch dringend nötig, denn die Akte ist aus dem Jahre 1903.
Scully präsentiert ihr Täterprofil und auch dort gibt es wieder lustige Witze über unseren geliebten Mulder.
Somebody having a garage sale?
Mmmh… eigentlich ist die Folge geht so. Der Plot im Vordergrund ist eigentlich ganz gut, störend fand ich eigentlich nur die komischen ‘Spooky Mulder’ Witze. Naja, nicht immer bekommt man das, was man sich gewünscht hat. Aber Tom belässt es leider nicht bei schlechten Witzen, sondern entwickelt im Laufe der Folge seine schlechten Charaktereigenschaften zu einer neuen Höchstform.
Damit nun etwas Pepp in diese lahme Rezension und in diese lahme Folge kommt, möchte ich auf zwei besondere Momente hinweisen, wo mich das Gefühl extremer Trashigkeit überkommen hat, was ich normalerweise nur habe, wenn ich (alte und neue Folgen) von Dr. Who schaue.
Nummer 1 (22:16): Da überwältigt der Täter ein weiteres Opfer. Er reißt sein Opfer nach hinten und die Kamera geht nach unten. Das Bild ist durch die Bewegungsunschärfe schlecht zu erkennen und die Augen des Täters haben wieder diese deutliche gelbe Färbung. Das sieht extrem schlecht aus.
Nummer 2 (32:00): Scully und Mulder betrachten gerade das Nest von dem DING und es spielt sich folgender Dialog ab:
Mulder: What if some genetic mutation could allow a man to awaken every 30 years?
Scully: Mulder…
Mulder: And what if the five livers could provide him sustenance for that period? What if Tooms is some kind of 20th century… genetic mutant?
Geht es noch trashiger?
Da schreit der Schiedsrichter, daß ich parteiisch bin. Ich wende ein, daß Rezensionen keine Schiedrichter brauchen und verweise ihn meines Blogs. Natürlich bin ich parteiisch. Kommen wir mit dem Blogverweis zu den positiven Eigenschaften der Folge. Was ich mag ist das verfallene Haus, wo der Mörder angeblich residieren soll. Ich wünschte, meine Wohnung würde mal so aussehen. Ich muß dagegen in einem weichem Bett schlafen und kann nicht in netten Winterquartier aus Papier und Lumpen für 30 Jahre überwintern. (Und das Ding hat noch nicht mal einen Internetanschluss.)
Das der Mutant des 20. Jahrhundert am Ende entkommt, finde ich ebenfalls gut. So hat der Zuschauer eben nicht das Gefühl, daß der Böse hinter Gittern sitzt und die Welt ein besserer Ort ist, sondern theoretisch im eigenem Keller überwintern könnte. Natürlich ist das völliger Blödsinn, aber man erzählt kleinen Kindern ja auch, daß die Geschenke an Heilligabend von einem alten roten Sack mit brauen Sack und weißem Rauschebart geliefert werden. Dabei werden Geschenke von Männern in gelben Lastwagen geliefert, wo DHL draufsteht. So schnell können Wirklichkeit und Wunsch auseinander gehen.
Gute Nacht Amerika, wo immer sie sind.
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