03.11.2007
Autorenstreik?
Während in Deutschland das Brot vielleicht irgendwann nicht mehr im Laden steht, weil der Güterverkehr bestreikt werden darf, funktionieren in USA die Spiele (wahrscheinlich) übermorgen nicht mehr.
Die Autoren wollen streiken und dann geht in bestimmten Teilen der Unterhaltungsindustrie einfach nichts mehr. Tages- oder wochenaktuelle Dinge sind damit quasi Geschichte. Der Standupteil von Late-Night-Talksshows gehört damit bis auf weiteres der Vergangenheit an. Ob das ein Grund für Traurigkeit mag jeder für sich entscheiden.
Worum geht’s? Man ahnt es bereits: es geht um harte $$$. Gemeint ist der geltende Vergütungssatz pro DVD von 0,3%, d.h. bei Scrubs (1. Staffel, Amazon.com, Preis: $35,99) bekommt der Autor für jeden Verkauf knapp 11 (Dollar-)Cent überwiesen. Die Autoren wollen doppelt soviel. Außerdem wollen Sie Geld haben, wenn Serien über digitale Medien reproduziert werden, die Fernsehsender sehen das natürlich anders.
Der Streit – sollte er wirklich kommen – ist tatsächlich radikal. Es wird kein Blatt mehr beschrieben oder auch nur abgegeben. Es geht einfach nichts mehr. Nicht nur das tagesaktuelle Programm fällt dadurch aus, es kann auch zu Verkürzungen von laufenden Staffeln kommen. 24 könnte also schon um schon um viertel nach drei zuende sein.
Die Autoren scheinen in den USA sehr gut organisiert zu sein. Fast alle Schreiber sind der Zunft angeschlossen, d.h. alle werden brav den Stift ablegen, wenn es wirklich zum Streik kommt.
Der letzte Autoren-Streik war 1988, dauerte 22 Wochen und veranlasste FOX das Format COPS aus dem Lokalteil in die Primetime befördern, wo es sich bis heute befindet.
Zur Situation in Deutschland: Dort wäre das so nicht möglich. Die Autoren sind gewerkschaftlich nur schwach organisiert und es wären sofort Ersatzschreiber zur Hand. Warum ich das erwähne? Weiß nicht genau.
Mit Quellen von Quotenmeter und dem Sablog.
Schlagwörter: autorenstreik, streik, usa